Die Filmvorstellung „Üben, üben, üben“ von Cinema del Sol auf dem Platz an der Basilika stand unter der Leitfrage: „Was bedeuten Umweltschutz und Klimaaktivismus für mich?“ Bereits vor Beginn der ausschließlich mit solarbetriebenem Equipment gezeigten Vorführung konnten sich die Besuchenden mit verschiedenen Umwelt- und Klimainitiativen der Region austauschen, darunter WESTprotest, Psychologists, Students for Future, Solawi Bunte Beete und das Umweltteam des Bistums Hildesheim.
Im Anschluss vertiefte eine Gesprächsrunde mit drei Vertreterinnen unterschiedlicher Engagements die Fragen nach Definition und persönlicher Bedeutung von Klimaaktivismus. Irina Feldbrügge, aktive Studentin bei Friday for Future, Sarah Ehrhardt, Bildungsreferentin der gemeinnützigen Klimaschutzagentur der Region Hannover, und Marit Kukat, Engagierte bei der Initiative WESTprotest teilten ihre Erfahrungen bei einem Gespräch, das sowohl die angespannten als auch die hoffnungsvollen Bestandteile des Klimaaktivismus beleuchtete.
Aus dem Gespräch stach hervor, dass obwohl Klimaaktivismus und Umweltschutz of mit Verzicht assoziiert sind, dieses Verständnis die Handlungsmöglichkeiten zum Einsatz für unser Klima eher blockiere als stärke. Alle drei Gesprächspartnerinnen betonten daher, dass Klimaaktivismus immer als gemeinschaftsstiftend und sinnvoll erachtet werden könne, da jede kleine aktivistische Tat einen positiven Effekt für das gemeinsame Zusammenleben in unserer Umwelt habe und inspirierend für andere sein könne.
In ihren persönlichen Aktivitäten im Aktivismus und der Bildungsarbeit gebe ihnen daher der Blick in die direkte Umgebung sowie zu bisherigen Errungenschaften der Klimaschutzbewegung Hoffnung. Der Blick „direkt vor die Haustür“ helfe dabei zu sehen, wo man sofort etwas Positives und Verbindendes bewirken könne.
Als Rat für Menschen, die nicht wissen, was der erste Schritt ist, um im Klimaaktivismus tätig zu werden, rieten die Gesprächspartnerinnen: „Hört in euch hinein und fragt euch `Wofür brenne ich und was bereitet mir Freude? `“ Daraus entwickelten sich dann ganz schnell Handlungen. Wichtig sei, dass man das tue, was einem Freude bereite.
Anknüpfend an dieses inspirierende Gespräch stellte der Film ‚Üben, üben, üben‘ die inneren Konflikte einer jungen Klimaaktivistin dar. Auf dem Weg zu einem Trompetenvorspiel, für das sie 1.500 Kilometer per Anhalter zurücklegt, wirft sie immer wieder die Frage auf, wie weit man für seine Überzeugungen gehen möchte. So endete der Sommerabend auf dem Platz an der Basilika mit vielen neuen Eindrücken und Ideen für die persönliche Reflektion, den Austausch mit anderen, und möglichen ersten aktivistischen Schritten.